Lebt wohl; ich werd’ euch nimmer wiedersehen:
Des dunklen Schicksals strenger Ruf gebeut!
Vergeblich war zu ihm mein stilles Flehen –
Die Thräne, die das Herz zum Opfer beut.
Wenn uns die harten Menschen nicht verstehen,
Ihr Grimm uns Dornen auf die Wege streut,
Da wißt ihr stets mit mitleidsanften Tönen
Des wunden Herzens Pochen zu versöhnen.
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20. Abschied von den Alpen.
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19. Das Heimweh.
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»Was fehlt dir, Armer? Ach, ich seh dich weinen,
Dein starrer Blick hängt an den Alpenhöh’n!
Vermissest du, von ihnen fern, die Deinen
In jener kleinen Hütte, wo so schön
Umher der Fels, der Wald und Bach, erscheinen,
Und die, geschirmet vor dem wilden Föhn,
Dir winkt am stillen Abend heimzukehren,
Und dort das Glück der Deinen noch zu mehren?«
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18. Die Menschenalter.
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O du mein liebes Alpenland,
Dir gleicht so ganz das Leben!
Wie schön an sanfter Mutterhand
Des Kindes Tag’ entschweben!
Ihm blüh’n im Thal aus Wiesengrund
Unzählbar Blumen in die Rund’.
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17. Meine Berge.
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Seh’ ich euch dort in nebelgrauer Ferne
Emporgethürmt in’s blaue Himmelszelt,
Und nun vom Mond im milden Glanz der Sterne,
Nun von dem Gluthenhauch der Sonn’ erhellt,
Mir winken – O wie zög’ ich da so gerne
Zu euch! Das Herz pocht auf, die Thräne fällt,
Ergriffen senkt der Geist die regen Schwingen,
Und heiß vor Sehnsucht will das Herz zerspringen.
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16. Meine Bäume.
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Ich liebt’ euch stets, ihr hochgethürmten Bäume,
In eurer still erhabenen Majestät!
Ihr ragt empor in saphirblaue Räume,
Wo frei des Aethers freier Odem weht;
Ich liebt’ euch stets, und meiner Jugend Träume
Nah’n mir im holden Licht auch jetzt noch spät,
Mit all den süßen, wonnevollen Stunden,
Die mir vor euch so selig hingeschwunden.
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15. Lilienfeld
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unter den Alpen.
Sey mir gegrüßt im tiefsten Grund der Seele,
Stift Lil’jenfeld, im wonnig schönen Thal!
Mein Glückstern wollte, daß ich dich erwähle
Zum Lebensziel’, und lohnend war die Wahl.
Wenn ich des Daseins frohe Stunden zähle,
Und auch die schlimmen, wechselnd, ohne Zahl,
So winkt mir jenes fest empor zu schauen,
Und alle Hoffnung auf den Herrn zu bauen.
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14. Der Alpensee im Mondlicht.
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Ein Phantasiegemählde.
Seh’ ich den fernen Alpensee
Im Mondenschein vor mir:
Da faßt mein Herz ein leises Weh’ –
Ich kann doch nichts dafür!
Es schweigt umher der dunkle Wald,
Der sich im Fluthenspiegel mahlt;
Des Mondes trüber Schimmer
Weckt dort im Goldgeflimmer
In mir ein Weh’, ein Weh’!
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13. Sonnenuntergang auf der Alpe.
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Wie rosig dort die Gletscherkuppen glühen,
Als jetzt die Sonn’ am Abendhimmel sinkt!
Vorüber ist des heißen Tages Mühen,
Da Mahl und Rast in trauter Stube winkt.
Bald wird der Sterne Glanz vom Aether sprühen,
Und bald im See, vom Mondenglanz durchblinkt;
Es will die Ruh’ umher, nach allen Seiten,
Ihr sanftes Reich mit milder Hand verbreiten.
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12. Sonnenaufgang auf der Alpe.
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Vorabend ist’s der hehren Sonnenwende
Nach kurzer Nacht des längsten Tag’s im Jahr.
Johannes Feuer brannten sonder Ende
Auf jeder Kupp’, auf jedem Gletscher-Kar.
Ich forscht’, ob ich ein Ruheplätzchen fände?
Die Alpenhütte both es freundlich dar;
Dort hatt’ ich es auf duft’gem Heu gefunden,
In zween nach Mitternacht entfloh’nen Stunden.
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11. Der Jäger auf der Alpe.
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Auf Gemsen.
Aufring’ ich am Abend vom düsteren Thal
Zu Höhen, erhellet vom rosigen Strahl
Der sinkenden Sonne –
Ein Schaubild der Wonne!
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10. Der Jäger auf der Alpe.
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Auf Bären.
Sieh’ da, der plumpe Bär,
Wie schreckt mit seinem Grimme
Und seiner groben Stimme
Das Volk er rings umher!
Er hat den Stier zerrissen,
Und manche Hirten missen
Der Rinder jetzt noch mehr.
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9. Der Jäger auf der Alpe.
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Auf Hirsche.
Die Sulz ,ist wohl bereitet
Auf einem Wiesenplan,
Der jäh zur Tief’ entgleitet
Vom dunklen Buchwald an:
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8. Der Jäger auf der Alpe.
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Auf Auerhähne.
Der Auerhahn, der Auerhahn,
Der lockt mich nach den Höhen;
Doch, will ich dort mit Vortheil d’ran,
So heißt es früh aufstehen!
Der Auerhahn, der Auerhahn!
Ist selten zu ersehen.
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7. Tyrol.
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Tyrolerland, du Wiege meiner Ahnen,
Sey mir gegrüßt! Du wurdest Oestreichs Stern,
Zu leuchten auf des Ruhmes hehren Bahnen,
Als Nacht die Völker deckte nah’ und fern!
Sie blickten staunend auf zu deinen Fahnen,
Die du erhobst für deinen hohen Herrn,
Für deine Sitten, Freiheit, heil’gen Glauben,
Und nicht gelang’s dem Fremdling sie zu rauben.
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6. Der arme Sennt.
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Thürmend ragt ein Fels empor
An des Sennen Hütte;
Duftig zieht ein Nebelflor
Fort an seiner Mitte,
Und verschwimmt im tiefen Thal
Wo des Waldstroms Fluthen
Hin zum nahen Wasserfall
Sich im Laufe sputen.
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5. Die Alpen-Heimfahrt.
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Hört! Jubellaute, Singen,
Und Alpenklänge dringen
Herab in unser Ohr!
Die Mutter mit den Kleinen,
Die Greis’ und Jungen einen
Sich froh im Jubelchor.
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4. Die Fichte auf der Alpe.
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Es hebt sich an des Felsens Rand,
Nicht ferne von der Hütte,
»Die hohe Fichte« weit genannt,
Ein Baum aus Waldes Mitte;
Er ragt so hoch, und ist so breit,
Und dehnt die schweren Aeste weit
Auf sonn’gedörrtem Grunde
Zu schatten in die Runde.
Juchhe – Hijoh’ – Juchhe! . . . e!
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3. Versöhnung.
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Wie ich im fahlen Abendlicht
Durch Waldesdunkel schreite,
Das Frühroth durch die Zweige bricht,
Und strömt nach jeder Seite,
Da seh’ ich, an den Stamm gelehnt,
Den armen Sennten sitzen,
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2. Die Alpen-Auffahrt.
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Wenn lang des Schnees und Eises Hülle
Ringsum die Berg’ und Thäler deckt,
Kein froher Laut die Todes Stille
Aus ihrem tiefen Schlummer weckt:
Da bringt der Lenz die Sonne wieder;
Es schallen bald nur Jubellieder,
Die Luft ist warm, die Alp’ ergrünt,
Des Winkers Ingrimm ist gesühnt.
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